Im Westen was Neues
In Charlottenburg eröffnet heute das schicke „Cascade“ eine Konkurrenz für Clubs wie das 90 Grad?
Da schau, japst der Mann vergnügt, den sie alle nur „Sigi“ nennen, und zeigt auf die funkelnden Treppenstufen, die hinab in seinen Club führen. „Goldstaub, fantastisch, oder?!“ Dann drückt Sigi auch schon die Glastür auf, er lächelt noch immer, „so, jetzt komm aber mal rein“. Willkommen in Charlottenburg.
Sigi heißt eigentlich Siegfried Egerer, er ist 30 Jahre alt und war bis August Geschäftsführer in der Diskothek „90 Grad“. Die haben aber einen neuen Chef bekommen, und so hat sich Egerer einen anderen Job gesucht. Seit drei Wochen ist Egerer Macher im „Cascade“-Club, der heute Abend eröffnet wird, mit knapp 1000 geladenen Gästen, viel Champagner und harten Drinks. Ab morgen kann jeder rein.
Seit Tagen wurde ja in der Szene gemunkelt, dass da was passiert im gutbürgerlichen Charlottenburg, im alten West-Berlin: Ein neuer Club macht auf, mit Stil und Elektro-Musik, der immerhin 1,8 Millionen Euro gekostet hat und nicht in der schlechtesten Nachbarschaft liegt.
Das „Cascade“ befindet sich im Keller des Kantdreiecks, gegenüber vom Theater des Westens. Das Kantdreieck ist jenes Hochhaus, das ein Segel auf dem Dach hat. Und weil über eine künstliche Kaskade direkt neben den vergoldeten Stufen Wasser hinabplätschert, heißt der Laden, genau, „Cascade“.
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Berliner Zeitung 30.8.2007
“Die Wilmersdorfer Straße ist im Aufbruch in die Neuzeit”, sagte Stefan Heerde vom Immobiliendienstleister Engel & Völkers Berlin. Das Unternehmen hat zum dritten Mal einen Einzelhandelsführer für das Quartier herausgebracht.Typisch für die Wilmersdorfer Straße ist der mit 18,2 Prozent relativ geringe Anteil von Filialen an den insgesamt 1 466 Geschäften im Quartier. Zum Vergleich: Am Kurfürstendamm beträgt die Quote 38,6 Prozent, in der Friedrichstraße sogar 58,8 Prozent. “In der Wilmersdorfer gibt es noch kleine und interessante Läden”, sagt Heerde. Dass die Straße ihr Schmuddelimage abgelegt hat, belegen der sinkende Leerstand und eine steigende Zahl von Neuvermietungen. “Auch das Mietniveau in dieser Gegend ist leicht angestiegen, was eine klare Aufwertung bedeutet”, so Heerde.
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